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Zukunftsgedanken

Als Kind bin ich mit Angst aufgewachsen, schon früh schaute ich Nachrichten und war an der Welt interessiert. Der Kaltekrieg war angsteinflößend. In meiner Jugend war ich erschrocken über unsere Ressourcen verbrauchende Welt, und der damit einhergehenden Sozialenkälte. Seit Jahren bin ich nun, trotz dessen zu einem Optimisten geworden. Vereinigungen wie das Recht auf Stadt Bündniss[1] , das Gängeviertel[2] und das Hamburger Manifest gegen Gentrification (Not In Our Name, Marke Hamburg!)[3] gaben mir neue Perspektiven. Dazu kamen natürlich noch so einige Bücher und Freunde.

Bei der Besetzung des Gängeviertels hatte ich Befürchtungen dieses wertet das Umfeld und die neolieberalen Gedanken des Senats auf.Im Nachhinein tat sie dies sogar auch ein wenig[4], aber der Kontrast ist hoch. Das bunte leben im Viertel gibt der Aktion eindeutig recht. Da stand ich nun, Freunde im Viertel und das Gefühl doch lieber am ‚Größeren Rad“ etwas zu drehen. Jetzt bin ich froh bei den Piraten gelandet zu sein, ein gefühlter Turboboost für den Geist. So kam ich bei diesem Artikel bei Systempunkte[5] vorbei[6].

….“Mittlerweile ist es ein Faktum: (Neo-)Nazis und die Ultrakonservativen, autoritäre und neoliberale Regierungen, die dem Diktat von EU, IMF und EZB in Griechenland folgen, haben sich beide einen Maßstab für Interventionen gewählt, der bis vor kurzem den oppositionellen sozialen Bewegungen und der kritischen Linken vorbehalten war: der urbane Maßstab. Vor uns liegt die kritische Frage: Wie gehen wir von hier an voran? „…[6]

Anhand der widerlichen Aktivitäten der „Goldene Morgendämmerung“[7] in Griechenland sollten wir uns noch bewusster werden wie sich die Zeit geändert hat, Antiautome sind nicht weit weg vom urbanen Leben. Bio-Bauern haben ein eigenes Nazimagazin[8]. Sarrazin ist ein Bestsellerautor. Multikulti ist gescheiter[9]. Antimuslimische und xenophobe Parteien gründen sich. Unser ebenso xenophober Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich heizt die Verfolgung der Roma an[10]. Ja, richtig eine Verfolgung, mitten in Europa, einfach nur abscheulich[11]. So kommen wir noch zu FRONTEX. Wahnsinn, von 2010 bis 2011 starben entlang der europäischen Grenze mindstens 2.172 Flüchtlinge! Seit 1988 starben an der Grenze über 17.738, davon sind 287 Migranten von Grenzpolizisten erschossen worden[12]. Ich könnte so weiter machen. Oha, einen habe ich aber noch. Denken wir doch an unseren Verfassungs’schutz‘. Andrej Holm und sein Umfeld durfte erleben wie unangenehm dieser sein kann[13], und im Gegenzug nun Akten schreddern. Womöglich sogar mit dem Ziel eines, mit neuen Rechten gestärkten Bundesamt für Verfassungsschutz(oder eines andern zentralen Organes)[14]. Jetzt aber ende^^ (INDECT noch? naja, sucht einmal selber.)

Was passiert hier, neben den ganzen Kriesen,- Terror,- und Sicherheitswahn in Europa? Und hier in Deutschland entwickelt sich eine neue urbane und rechte Konservative. Was geschieht bei uns, wenn uns ähnliches wie Griechenland passiert? Auch, wenn uns ’nur‘ der Ressourcenverbrauch einholt!

Ich will einen anderen Weg, ein anderes Narrativ!

Noeliberaler sozialdarwinismus, welcher Elitedenken nie hinterfragte, hat keinen sozialen Plan-B. Wir brauchen Utopien. Wie ist der Plan der meisten Parteien? Einfach weiter so? Europa muss einfach auch ein ‚China‘ werden, und die Bundeswehr kämpft um eine günstige Versorgung mit Rohstoffen? Wir haben unsere Exportkraft vielen Krediten zu verdanken. Wir sind Dealer in diesem System, welches sich schon lange nicht mehr um den Menschen dreht.[15]

Diesen Blog habe ich angefangen, um mit euch Utopien zu finden.

Ich bin Optimist, und glaube an einen Wandel.

[1]
http://www.rechtaufstadt.net/
http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Stadt
[2]
http://das-gaengeviertel.info/
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4ngeviertel
[3]
http://buback.de/nion/
[4]
http://www.emporio-hamburg.de/
http://www.nestoria.de/wohnung/mieten/baeckerbreitergang
[5]
http://www.systempunkte.org/
[6]
http://www.systempunkte.org/article/die-rechte-gegen-die-stadt
[7]
http://de.wikipedia.org/wiki/Chrysi_Avgi
http://www.heise.de/tp/blogs/8/153059
[8]
http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/umwelt-aktiv-7998
http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/rechtsextremismus-und-naturschutz
http://www.sueddeutsche.de/politik/unterwanderung-des-biolandbaus-durch-rechtsextreme-idylle-in-gruen-braun-1.1332321
[9]
http://www.sueddeutsche.de/politik/integration-seehofer-sieben-punkte-plan-gegen-zuwanderung-1.1012736
[10]
http://www.sueddeutsche.de/politik/sinti-und-roma-friedrich-fordert-schaerfere-regeln-fuer-asylbewerber-aus-serbien-und-mazedonien-1.1505623
[11]
http://de.wikinews.org/wiki/Ausschreitungen_gegen_Roma_in_Italien
http://www.heise.de/tp/blogs/2/117621
[12]
http://fortresseurope.blogspot.de/2006/01/festung-europa.html
http://www.heise.de/tp/suche/?rm=search&q=frontex&suchen.x=0&suchen.y=0&channel=tp&sort=d
[13]
http://de.wikipedia.org/wiki/Andrej_Holm
http://gentrificationblog.wordpress.com/
http://www.unlesbar.de/2011/10/uberwachung-die-betroffenensicht/
http://annalist.noblogs.org/post/category/uberwachung-im-alltag/page/5/
[14]
http://www.heise.de/tp/blogs/8/153193
[15]
http://www.systempunkte.org/article/eine-kurze-weltgeschichte-wie-sie-die-%C3%B6konomen-nicht-h%C3%B6ren-wollen

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Imperatives Mandat in einer Liquid Democracy

Das Gate-Rotationsprinzip im Vorstand funktioniert soweit ja schon ganz gut. Dabei haben wir anscheinend einen gemeinsamen Nenner, der auch in einer zukünftigen, partizipatorischen und flüssigen Demokratie zu lösen ist.

Die natürliche Machtakkumulation und die Gestaltung des individuellen Privatlebens der Delegierten.

Durch eine zu jeder Zeit änderbare, dynamische Delegierung der Stimmen wird ein imperatives Mandat erzeugt, welches sich natürlich direkt auf die Delegierten auswirkt.
Person x investiert viel Zeit für einen gewissen Themenbereich, und bekommt Zuspruch über Delegierungen, seine Motivation steigt noch mehr Zeit zu investieren, was sich natürlich auch auf sein soziales Umfeld auswirkt. Peron x wird ein Superdelegierter. Aus verschiedensten Gründen können nun seine Delegationen von Heute auf Morgen entzogen werden. Dies ist in unserem Liquid Feedback so gewollt, und auch harmlos, doch was passiert wenn wir an eine zukünftige Liquid Democracy denken, wenn Abgeordnete mit solch einem flüssigen Mandat beauftragt werden, wie können diese planungssicher und unabhängig agieren?

In einer klassischen heroischen Gesellschaftsform wird solch eine Realisierung einer LD zu einem unlösbaren Problem, dieses zeigt ja auch die Verteufelung des imperativen Mandates.

Wir Piraten streben eine egalitäre Gesellschaftsform an, in dieser ist die Handlung, der Entscheidungsträger der Selbstlosigkeit verpflichtet.

Hier einmal ein kleines ethnologisches Beispiel dieser Gesellschaftsformen, anhand eines kleinen indigenen Volkes. In einer heroischen Ordnung verwaltet das Oberhaupt die materiellen Güter in seiner Unterkunft, und bindet auch seinen Ruhm an diese. In einer egalitären Ordnung verteilt das Oberhaupt die Güter um, und besitzt selbst am wenigsten, er ist ein Diplomat der Umverteilung, sein Ansehen beruht auf der Aufrechterhaltung des sozialen Friedens.

Wenn wir nun eine deliberative und partizipatorische Demokratie anstreben, müssen wir hierfür die Rahmenbedingungen schaffen. Deshalb sind Meinungsfindungs-Tools wie das ArgTool von StreetDog in meinen Augen wichtige Meilensteine in eine LD.

Die Technik entwickelt sich rasant, wir können jetzt so viel ermöglichen!
Unser Ziel und unsere Stärke ist die Aufzeigung der möglichen Utopien, und in diesem Zusammenhang sehe ich all unsere Gates. Wir können noch nicht so agieren, als ob wir alle Probleme schon gelöst haben, aber wir sehen das Potential der Post-Gesellschaftsstrukturen. Und solange wir dieses berücksichtigen, kann uns kein Gate wirklich schaden.